Dortmund/Arnsberg,
02
März
2018
|
10:03
Europe/Amsterdam

Ziel von innogy und Jobcenter: Stromsperren vermeiden

 

  • Bei Eiseskälte der letzten Tage wurden Sperren ausgesetzt

  • innogy setzt alles dran, damit Kunden nicht im Dunkeln sitzen müssen

Ganz Deutschland bibbert in diesen Tagen unter klirrender Kälte. Wer durchgefroren nach Hause kommt, freut sich auf ein warmes und wohliges Heim. Nicht auszudenken, wenn es dann plötzlich in der Wohnung dunkel wird und der Strom weg ist. Ein Horror-Szenario, das innogy ihren Kunden nicht zumuten will.

Alexander Frohne, Leiter Privatkunden innogy SE
„Angesichts der herrschenden Eiseskälte haben wir die Stromsperren momentan ausgesetzt.“
Alexander Frohne, Leiter Privatkunden innogy SE

Auch grundsätzlich ist innogy bemüht, Stromsperren zu vermeiden. Dabei geht der Energieversorger auch innovative Wege. Zum Beispiel in Arnsberg. „Wir haben mit dem dortigen Job-Center eine enge Zusammenarbeit vereinbart mit dem Ziel, drohende Sperrungen frühzeitig zu erkennen und den Betroffenen zu helfen, ihre Rechnungen vor Ablauf der letzten Frist zu begleichen“, erklärt Stefan Olfens, Leiter Abrechnungsmanagement. Die Erfahrungen würden zeigen, dass viele Verschuldete aus Angst Mahnungen nicht öffnen und hinterher von den Stromsperren überrascht werden. Das muss nicht sein! „In einem frühzeitigen Gespräch mit uns oder dem Job-Center lassen sich in den allermeisten Fällen Lösungen finden“, so Olfens.

Beim sogenannten „Arnsberger Modell“ wird das Job-Center deshalb frühzeitig in das Mahnverfahren einbezogen. Es basiert auf einer freiwilligen Einwilligungserklärung des Empfängers von Sozialhilfe oder Hartz IV, die einen Datenaustausch zwischen innogy und der ARGE Arnsberg ermöglicht. „Dadurch wird uns unter Berücksichtigung des gesetzlichen Datenschutzes erlaubt, das Job-Center 14 Tage vor einem drohenden Sperrtermin zu informieren“, sagt Olfens. Dieses kann dem säumigen Kunden dann helfen, seine Außenstände zu bezahlen und die Stromsperre zu verhindern. Instrumente hierzu sind unter anderem Darlehen, Stundungsanträge, Abschlagszahlungen und Schuldnerberatung.

Die Kooperation mit der ARGE Arnsberg läuft seit September 2017. Die Zahlen sprechen für sich: „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten wir die Sperrungen in Arnsberg um rund 17 Prozent reduzieren“, freut sich Olfens. Ein toller Erfolg! Das Modell soll jetzt auch auf andere Regionen übertragen werden.

Hintergrundinfo: Jedes Jahr werden bundesweit mehr als 300.000 Stromanschlüsse gesperrt, weil Haushalte ihre Stromrechnungen nicht zahlen können. Diese sind das letzte Mittel bei Zahlungsrückständen von mehr als 100 Euro, mehreren Mahnungen und einer Sperr-Androhung mit letzter Zahlungsfrist.