Essen,
05
Juni
2020
|
16:08
Europe/Amsterdam

Werne ist jetzt Haltestelle auf der "Route der Energie"

Die Designetz-Stele steht am Busbahnhof in Werne neben dem Bücherschrank und wartet auf interessierte Besucher.

  • Das Energiewende-Projekt Designetz entwickelt Grundlagenfür ein integriertes Energiesystem der Zukunft.
  • Drei Bundesländer arbeiten als Modellregion zusammen und präsentieren Einzelprojekte entlang der „Route der Energie“.
  • Das Teilprojekt Power-to-Heat (P2H) Werne wandelt Überangebot aus regenerativem Strom in Wärme um

Sie ist zwei Meter hoch, lädt zu einer Entdeckungsreise mit dem Smartphone ein und steht jetzt am Busbahnhof in Werne gegenüber des Amtshauses: die neue Designetz-Stele. Sie ist eine von insgesamt 18 geplanten oder bereits aufgestellten Haltestellen entlang der „Route der Energie“, die durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland führt. Die drei Bundesländer bilden in ihrer Kombination aus urbanen und ländlichen Strukturen eine ideale Modellregion zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Energiesystems. Mit Hilfe der interaktiven Stelen will innogy SE gemeinsam mit den 46 Projektpartnern die Bausteine für eine Energiewende interaktiv erlebbar machen und die Nutzer der Designetz-App über die Ziele des Projektes informieren. Die Stele in Werne gehört zum Teilprojekt Power-to-Heat (P2H), bei dem insgesamt 29 P2H-Anlagen bei Haushalten und Gewerbebetrieben in Werne installiert wurden, die zukünftig zur Entlastung des Stromnetzes beitragen sollen.

Ein gemeinsamer Einweihungstermin mit Wernes Bürgermeister Lothar Christ sowie vielen Projektbeteiligten wurde wegen der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie abgesagt und soll im Herbst nachgeholt werden. Dann können auch schon erste Erfahrungen mit den P2H-Anlagen vorgestellt werden.

„Designetz zeigt, wie die Energiewende umgesetzt werden kann. Dazu integrieren wir alle Arten und Größenordnungen dezentraler, erneuerbarer Energieanlagen in das Energiesystem der Zukunft und reduzieren gleichzeitig die Kosten für den Netzausbau. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für die klimafreundliche und kosteneffiziente Energieversorgung von morgen. Das Teilprojekt hier in Werne zeigt das Potenzial von Privathaushalten und Gewerbebetrieben als wichtiger Bestandteil zum Gelingen der Energiewende“, so Lothar Ahle aus der Designetz-Projektleitung.

Immer mehr Strom wird in Zukunft aus erneuerbaren Energien gewonnen. Bereits heute gibt es in Deutschland mehr als 1,8 Mio. dezentrale Erzeugungsanlagen, die grünen Strom aus Windkraft, Sonnenenergie oder Biogas ins Netz einspeisen. Davon sind mehr als 90 Prozent der Anlagen an das Verteilnetz angeschlossen. Zu manchen Tageszeiten erzeugen diese Anlagen schon heute mehr Strom als benötigt wird. Wenn aber der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, decken sie nur wenige Prozent des Bedarfs ab. Das stellt die Verteilnetze vor große Herausforderungen. Während der Strom früher von wenigen großen Kraftwerken zu den Verbrauchern floss, werden Verbraucher heute oft auch selbst zu Produzenten. Auf der Einbahnstraße kommt es nun also zu Gegenverkehr. Diese Veränderungen im System erfordern neue Lösungen.

Ziel des Projekts Power-to-Heat Werne ist die effiziente Steuerung und Überwachung des Verteilnetzes. Die 29 installierten P2H Anlagen sollen zu einer Entlastung des Stromnetzes in Werne beitragen. Die Anlagen wandeln überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme um und speichern sie in zusätzlich installierten Pufferspeichern zwischen. Die gespeicherte Wärme wird anschließend zur Erwärmung des kalten Rücklaufwassers der Heizungsanlagen genutzt. Damit werden fossile Brennstoffe eingespart und über das Medium Wärme eine Sektorenkopplung zwischen den Sektoren Strom, Erdgas und Wärme erreicht. „Ich freue mich, dass Werne ein Teil des großen Energiewende-Projektes Designetz ist und hoffe, dass wir bis zum Herbst schon erste zukunftsweisende Erkenntnisse mit dem Einsatz der P2H-Anlagen sammeln konnten, so dass diese demnächst auch über die Grenzen von Werne und des Kreises Unna hinaus, verstärkt zum Einsatz kommen“, sagt Bürgermeister Lothar Christ.

Weitere Informationen rund um das Projekt P2H und Designetz erhalten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger direkt an der nun offiziell in Betrieb genommenen Stele. Warum ist die Energiewende eine Herausforderung für das Stromnetz? Wie wird das Stromnetz fit für die Zukunft gemacht? Fragen dieser Art beantwortet eine mit der Stele verbundene App spielerisch. Sie steht im App bzw. Google Play Store für iOS und Android Geräte kostenlos zum Download zur Verfügung.

Und so funktioniert die Designetz App: Die App öffnen und mit dem Smartphone über die Grafik auf der Stele bewegen. Dabei entsteht eine faszinierende, dreidimensionale Welt. Wer die App auch zu Hause nutzen möchte, kann das erforderliche „Spielfeld“ auf www.designetz.de herunterladen.