Marl,
31
August
2018
|
12:52
Europe/Amsterdam

Runder Geburtstag, runde Sache: 50 Jahre Fernwärme Marl

 

  • Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden groß geschrieben

  • Gemeinschaftsprojekt „Wärme für Marl aus Marl“ von innogy und Evonik

     

Mit ihrer kontinuierlichen Weiterentwicklung setzt die Marler Fernwärme seit mehr als einem halben Jahrhundert wegweisende Zeichen für den Strukturwandel einer industriell geprägten Region. 1967 hat die damalige VEW AG die beiden noch getrennten Kerngebiete des Marler Fernwärmenetzes in Brassert und Hüls übernommen. Seither ist das Versorgungsnetz zu einem festen Bestandteil der Marler Energie-Infrastruktur ausgebaut worden – zunächst von VEW und dann in direkter Nachfolge von RWE und innogy.

Wärme für Marl aus Marl

Der diesjährige Winter zeigte knapp vor Toresschluss noch einmal seine Zähne. In den mit Fernwärme versorgten Marler Gebäuden ist es trotzdem angenehm warm geblieben: ein sicheres Zeichen dafür, dass die kurz zuvor fertig gestellten Neuanlagen des Versorgungsnetzes ihre erste große Bewährungsprobe bestanden haben. Das gilt für die neu verlegte, rund vier Kilometer lange Fernwärmetrasse zwischen dem Chemiepark und der Zechenstraße ebenso wie für die dort neu errichtete Netzstation.

Ein gutes Zeichen auch für das Großprojekt „Wärme für Marl aus Marl“. Im Zuge dieses Gemeinschaftsvorhabens von innogy und Evonik war 2016 der Wärmebezug für das Marler Fernwärmenetz vollkommen neu geregelt worden. Nachdem die Wärme zuvor in einem Gelsenkirchener Kraftwerk erzeugt und über eine rund zwölf Kilometer lange Leitung nach Marl transportiert wurde, kommt sie jetzt aus dem Kraftwerksverbund des nahe gelegenen Chemieparks. „Ein Schritt, über den sich nicht zuletzt die Umwelt freut“, unterstreicht Günter Amler, Leiter der Region Nordwest Marl.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Innogy und Evonik knüpfen mit ihrer zuverlässigen Wärmelieferung nahtlos an rund 50 Jahre Versorgungssicherheit für die Marler Fernwärmekunden an. Ausgangspunkt war seinerzeit das Ziel der Stadtverwaltung, mit dem Aufbau einer hocheffizienten Wärmeversorgung der stark zunehmenden Belastung der Luft in der damals rasant wachsenden Industriemetropole entgegenzuwirken. „Im Sinne dieses Nachhaltigkeitsgedankens ist die Fernwärme in Marl über ein halbes Jahrhundert ausgebaut, integriert und weiterentwickelt worden“, verdeutlicht Jutta Lackenberg aus dem innogy Vertrieb Wärme. Dabei ist die Anzahl der Anschlüsse auf heute knapp 2000 angewachsen.

Ein Kreis schließt sich

„Sustainable development“ – nachhaltige Entwicklung - , das ist auch das Stichwort für die Wärmebereitstellung. Am Anfang standen hier die Heizkraftwerke der Zechen Brassert und Auguste Viktoria. Darauf folgte in mehreren Etappen die effizienzsteigernde Anbindung an das Wärmeverbundnetz von VEBA Kraftwerke Ruhr/E.ON einschließlich der Verlagerung der Erzeugung auf in Gelsenkirchen gelegene Steinkohlekraftwerke.

Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Wärme für Marl aus Marl“ holten innogy und Evonik die Erzeugung nach marl zurück – und schlossen so einen Kreis. Zugleich machten sie die Fernwärme fit für die Zeiten der Energiewende. Dafür sprechen sowohl die weitgehende Umstellung von Steinkohle auf Gas als Brennstoff als auch die auf hohe Energieeffizienz ausgerichtete Struktur des Kraftwerksverbunds im Chemiepark. Beispielhaft steht hierfür ein von Evonik neu errichtetes GuD- bzw. Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk, das einen älteren Kohleblock ersetzt.

Jutta Lackenberg: „Davon profitieren nicht nur die Fernwärmekunden von innogy. Davon profitieren auch der Wirtschaftsstandort Marl und die Marler Bürger insgesamt.“ Eine runde Sache also, die Fernwärme Marl.

 

Günter Amler, verantwortlich für das Fernwärmenetz in Marl und Jutta Lackenberg aus dem innogy Vertrieb Wärme in der neu errichteten Netzstation an der Zechenstraße.