Essen,
13
Juli
2017
|
00:00
Europe/Amsterdam

Neues Smart Grid soll Deutschland und Frankreich verbinden

Zwischen Deutschland und Frankreich verläuft künftig das erste Smart Grid auf Verteilnetzebene.

  • Smart Border Initiative der Energieunternehmen Enedis und innogy überzeugt Deutsch-Französischen Ministerrat
  • Projekt ermöglicht Zusammenarbeit im Raum Saarland/Lothringen

Im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats wurde beim heutigen Treffen in Paris die Smart Border Initiative der Energieunternehmen Enedis und innogy in eine Gruppe von Projekten aufgenommen, die für die künftige Kooperation beider Staaten besonders relevant sind. Ziel der Smart Border Initiative ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Raum Saarland/Lothringen. Enedis und innogy haben für ihre Initiative den Status als Project of Common Interest (PCI) bei der Europäischen Kommission beantragt, damit das erste grenzüberschreitende Smart Grid auf Verteilnetzebene realisiert werden kann.

„Die Energiewende ist eine gesamteuropäische Herausforderung und macht an den Staatsgrenzen nicht Halt. Daher freuen wir uns sehr über die Entscheidung und insbesondere auf die Umsetzung der Smart Border Initiative mit unserem französischen Partner“, sagt Hildegard Müller, Vorstand für Netz & Infrastruktur bei innogy.

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer begrüßt die Entscheidung des Deutsch-Französischen Ministerrats. „Die Smart Border Initiative ist ein wirklich spannendes Projekt. Das Saarland und unsere französische Nachbarregion Lothringen werden dadurch zu einem Zukunftslabor für eine europäische Energiewende.“ Kramp-Karrenbauer sieht die Initiative auch als ideale Ergänzung zu dem Forschungsvorhaben „Designetz – verbunden mit kreativer Energie“, bei dem die Unternehmen innogy und VSE eine führende Rolle einnehmen.

Die Projektdauer der Smart Border Initiative ist auf vier Jahre angesetzt. Das Projektvolumen wird bei rund 35 Mio. Euro liegen. Neben dem Smart Grid gehören die Bereiche Smart Mobility (Elektromobilität) und Energy Efficiency/Sector Coupling (Energieeffizienz und Sektorkopplung) zum Projekt. Dr. Joachim Schneider, Bereichsvorstand Technologie & Operations bei innogy, betont: „Das Projekt wird uns neue Möglichkeiten in der grenzüberschreitenden Energieversorgung eröffnen. Gemeinsam mit Enedis und den innogy Tochterunternehmen im Saarland VSE und energis werden wir grenzüberschreitende Verfahren entwickeln, die in Europa zum Modell werden können.“

Im nächsten Schritt werden die Unternehmen Enedis und innogy sowie VSE und energis in die konkrete Planung einsteigen und eine geeignete Region im Raum Saarland/Lothringen für den Bau der grenzüberschreitenden Mittelspannungsverbindung identifizieren. So können künftig große Windkraft- und Photovoltaikanlagen in Deutschland und Frankreich effizienter eingesetzt und mit Verbrauchern und Speichern auf beiden Seiten der Grenze besser koordiniert werden. In diesem Zusammenhang sollen auch ein grenzüberschreitendes Datenmanagement, regulatorische Verfahren und gemeinsame Standards entwickelt werden.