Essen,
11
November
2016
|
07:00
Europe/Amsterdam

Nach Börsengang: innogy bekräftigt Ausblick

  • Bereinigtes Nettoergebnis 2016 soll eine Größenordnung von etwa 1,1 Milliarden Euro erreichen

Die Geschäftsentwicklung der seit dem 7. Oktober 2016 börsennotierten innogy SE liegt voll im Plan. Das Essener Unternehmen bekräftigt den Ausblick für 2016 und 2017.

Bernhard Günther, Finanzvorstand der innogy SE, erläutert: „2016 ist für uns ein Jahr des Übergangs und ein Jahr besonders intensiver Arbeit: Der Oktober stand noch ganz im Zeichen des erfolgreichen Börsengangs. Heute legen wir grundsolide Zahlen für die ersten neun Monate 2016 vor. Die Ergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen: Den Ausblick für 2016 und 2017 können wir bestätigen.“

Das nach Marktkapitalisierung größte Energieunternehmen Deutschlands erzielte in den ersten neun Monaten einen Außenumsatz von rund 31,5 Milliarden Euro. Das EBITDA belief sich auf 2.919 Millionen Euro und das betriebliche Ergebnis auf 1.842 Millionen Euro. Damit lagen die Erträge wie erwartet um 7 bzw. 15 Prozent unter den Vorjahreswerten, die von positiven Sondereffekten geprägt waren. Das bereinigte Nettoergebnis erreichte 671 Millionen Euro. Da dieses erstmals auf Basis der finalen Kapitalstruktur ermittelt wurde, wird kein Vorjahreswert ausgewiesen. innogy beschäftigte zum 30. September 2016 bereits 40.624 Mitarbeiter. Der Personaltransfer von RWE zu innogy ist damit bereits zu großen Teilen abgeschlossen.

Ergebnisse durch hohe Aufwendungen im Netz und Wegfall positiver Einmaleffekte geprägt –Restrukturierung in Großbritannien schreitet weiter voran

Die Ergebnisse der ersten neun Monate 2016 waren insbesondere geprägt durch Mehraufwendungen für die Instandhaltung der Netzinfrastruktur, vor allem in Deutschland. Zudem enthielt das Vorjahresergebnis noch einen hohen Einmalertrag im Zusammenhang mit der erstmaligen Vollkonsolidierung des slowakischen Energieversorgers VSE und Erlöse aus dem Verkauf der Netzinfrastruktur des Offshore-Windparks Gwynt y Môr. Der im Vergleich zum EBITDA deutlichere Rückgang beim betrieblichen Ergebnis resultiert ausschließlich aus einer Erhöhung der betrieblichen Abschreibungen, die sich u.a. durch die erstmalig ganzjährige Vollkonsolidierung von VSE ergibt. Auch der fortgesetzte Ausbau der erneuerbaren Energien trug zum Anstieg der Abschreibungen bei.

Positiven Einfluss auf das Ergebnis hatte, dass Gwynt y Môr und Nordsee Ost erstmalig durchgehend mit ihrer vollen Kapazität am Netz waren. Auch ein Anstieg der Durchleitungsmengen im tschechischen Gasverteilnetz von innogy kam dem Unternehmen zu Gute. Auf der Habenseite zahlte sich ebenfalls aus, dass die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen im britischen Vertriebsgeschäft zügig vorankamen.

Mit Blick auf das britische Vertriebsgeschäft sagt Günther: „Nur zufriedene Kunden sind die Basis für zukünftige Geschäfte – gerade in so einem schwierigen Marktumfeld wie in Großbritannien. Daher freue ich mich sehr, dass wir uns in puncto Kundenzufriedenheit deutlich verbessert haben. Von den sogenannten „großen sechs Versorgern“ in Großbritannien erhalten wir die drittwenigsten Kundenbeschwerden. Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir hier noch die rote Laterne. Das ist eine gute Entwicklung, auch wenn wir natürlich noch besser werden wollen.“

Mehr Strom aus erneuerbaren Energien

innogy hat in den ersten drei Quartalen aus erneuerbaren Energien insgesamt 7,7 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das ist ein Plus von 5 Prozent gegenüber Vorjahr.

Strom- und Gasabsatz zeigen unterschiedliche Entwicklung

Der Gasabsatz lag mit 159,7 Milliarden Kilowattstunden 7 Prozent unter Vorjahr. Der Stromabsatz ist hingegen um 3 Prozent auf 178,7 Milliarden Kilowattstunden gestiegen.

Leicht rückläufige Investitionen

In den ersten neun Monaten investierte innogy 1.108 Millionen Euro und damit 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zuzuordnen ist das in erster Linie dem Unternehmensbereich Erneuerbare Energien, dessen Sachausgaben sich halbierten. Ausschlaggebend war hier die Fertigstellung der Offshore-Windparks Nordsee Ost und Gwynt y Môr im Jahr 2015. Etwas mehr wurde hingegen in die Netzinfrastruktur investiert. Rund zwei Drittel der Sachinvestitionen wurden im Unternehmensbereich Netz & Infrastruktur aufgewendet.

Nettoschulden nicht mit Vorjahreskennzahl vergleichbar

Die Nettoschulden von innogy lagen zum 30. September 2016 bei 18,7 Milliarden Euro und damit deutlich über dem Stand vom 31. Dezember 2015 (6,7 Milliarden Euro). Der signifikante Anstieg der Nettoschulden ist auf die Reorganisation des RWE-Konzerns zurückzuführen: Erst im laufenden Geschäftsjahr wurde die gewünschte Kapitalstruktur von innogy etabliert. Daher sind die in der Bilanz 2015 ausgewiesenen Nettoschulden nicht aussagekräftig. Zudem machte die Entwicklung der Marktzinsen eine Erhöhung der Pensionsrückstellungen gegenüber Ende 2015 erforderlich. Da der Börsengang erst nach Abschluss des dritten Quartals durchgeführt wurde, sind die Erlöse hieraus in diesen Zahlen noch nicht enthalten.

Als Richtwert für die Verschuldung wird ein Faktor von rund 4,0 angestrebt, das heißt, die Nettoschulden sollen nicht höher sein als der rund vierfache Wert des EBITDA.

Erste Bonitätsbewertung der innogy SE bestätigt die hohe Kreditwürdigkeit des Unternehmens

Nur wenige Wochen nach dem Börsenstart erhielt innogy am 31. Oktober 2016 von der Ratingagentur Fitch das erste eigenständige Rating. Fitch hat die Bonität der innogy SE mit der Note BBB+ und stabilem Ausblick als starkes Investment Grade eingestuft. Das Senior-Unsecured-Rating, relevant für Standardanleihen, ist mit A- sogar um eine Stufe besser bewertet. Titel mit einer kurzen Laufzeit erhalten die Short-Term-Ratingnote F2.

Ausblick 2016 und 2017 bestätigt – Prognose für bereinigtes Nettoergebnis

innogy bestätigt den Ausblick, der am 1. August 2016 für die Entwicklung des EBITDA in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 veröffentlicht wurde. Für 2016 erwartet innogy unverändert ein EBITDA von 4,1 bis 4,4 Milliarden Euro und für 2017 ein EBITDA von 4,3 bis 4,7 Milliarden Euro. Erstmalig wird eine Prognose für das bereinigte Nettoergebnis für 2016 gegeben: Dieses wird in der Größenordnung von 1,1 Milliarden Euro erwartet. Das bereinigte Nettoergebnis dient als Basis für die Dividendenausschüttung. Die Ausschüttungsquote soll zwischen 70 und 80 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses liegen.

 

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