Bockenau,
22
Januar
2020
|
17:03
Europe/Amsterdam

Lindenhof - Erster Kunde am Breitband-Netz

Ortsbürgermeister Jürgen Klotz (Mitte) sowie Moritz (l.) und Vater Andreas Essich (r.) freuen sich über den Glasfaseranschluss auf dem Lindenhof in Bockenau.

  • Glasfaser-ins-Haus-Technik ermöglicht Surfgeschwindigkeiten bis in den Gigabit-Bereich
  • Moderne Anschlüsse auch in ländlichen Ansiedlungen

Gemeinsam bewirtschaftet Familie Essich – unterstützt durch vier Azubis und einen festangestellten Mitarbeiter – den Lindenhof in Bockenau. Dort kümmern sie sich nicht nur um 250 Milchkühe und 250 Kälber, sondern betreiben auch Ackerbau. In der Landwirtschaft läuft heute kaum noch etwas ohne Hightech: GPS am neuesten Traktor, damit auf dem Feld genau die Spur eingehalten werden kann, der Futtermischwagen ist mit dem Computer vernetzt, damit die Futtermengen richtig verfüttert werden. Auch der komplette Tierbestand ist online gespeichert. So kann der Gesundheitszustand oder die Milchleistung jeder einzelnen Kuh abgerufen werden. Zudem investierte Familie Essich letztes Jahr in eine 75 kW (Kilowatt) Biogasanlage, in der die anfallende Gülle zur Erzeugung von grünem Strom genutzt wird. Das alles ist ohne eine schnelle Internetverbindung nicht mehr zu bewerkstelligen. So haben die Essichs auf dem kompletten Hof Glasfaserkabel verlegt - in jedes Gebäude bis in den Stall.

Genau an diesem idyllischen Fleckchen Erde konnte der erste von rund 2.000 Hausanschlüssen, im Zuge des Breitbandausbauprojektes des Landkreises Bad Kreuznach, ans Netz gehen. Hier steht jetzt der Glasfaseranschluss in der technisch modernsten Variante zur Verfügung: ein Glasfasernetz mit direkter Anbindung bis in das Gebäude. „Mit der aktuell zukunftsweisenden Glasfasertechnologie gehört der Lindenhof jetzt zu den bestversorgten Adressen“, unterstreicht Uwe Allekotte, Netzplaner bei Westnetz. Allekotte führt weiter aus: „Das neue Breitbandnetz ist nicht nur ein Meilenstein für den Lindenhof, sondern macht deutlich, dass innogy mit dem Breitbandausbau im ländlichen Raum Lösungen auch für die abgelegensten Orte bietet.“

„Mit dem Ausbau des landwirtschaftlichen und familiengeführten Betriebes sind wir unserem Ziel, auch abgelegene Orte in unserem Landkreis mit möglichst hohen Downloadgeschwindigkeiten zu versorgen, ein großes Stück nähergekommen. Der Ausbau des Mega- und Giganetzes bietet insbesondere dem ländlichen Raum und damit unseren Kleinstädten und Gemeinden enorme Chancen“, ist sich Jürgen Klotz, Bürgermeister der Ortsgemeinde Bockenau, sicher.

Betriebsleiter Andreas Essich ist sehr angetan von den neuen Möglichkeiten: „In unserem Betrieb ist schnelles Internet bei der täglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken. Auch die Kommunikation zwischen unseren Lieferanten und dem Einzelhandel in der Region erfolgt fast nur noch online. Die Umstellung auf das schnelle Netz verlief reibungslos. Wo früher nur 0,368 Megabit zur Verfügung standen und es oft Probleme mit der Schnelligkeit gab, können wir nun mit bis zu 300 Megabit im Netz surfen.“ Juniorchef Moritz Essich ist neben dem Management der Kuhherde auch für die reibungslose Funktion der Biogasanlage verantwortlich und ist sich sicher: „Eine schnelle Internetverbindung ist die Grundvoraussetzung für einen ungehinderten Betrieb der Anlage.“

Bei FTTH („Fiber to the Home”) werden die schnellen Glasfaserleitungen direkt bis in die Wohnung des Kunden verlegt. Die gesamte Datenübertragung kann über die Lichtwellenleiter erfolgen. Die moderne Technik bringt viele Vorteile für die Endverbraucher mit sich. Zum einen gewährleistet sie die höchstmögliche Verfügbarkeit, eine gleichbleibend stabile Datenübertragungsrate auch bei größerer Distanz zum Verteiler. Zum anderen bleiben selbst bei steigender Nutzerzahl die Übertragungsraten konstant. Mit der eingesetzten Technik sind zukünftig jederzeit ohne weitere Baumaßnahmen höhere Datenübertragungsraten nach Kundenwunsch zu realisieren. Derzeit stehen dem Lindenhof Kapazitäten bis zu 300 Megabit pro Sekunde zur Verfügung.

Mit Förderung des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz koordiniert die Kreisverwaltung Bad Kreuznach das Ausbauprojekt. Die verbleibenden Eigenanteile werden von den Städten und Ortsgemeinden getragen. Im Verlauf des Jahres sollen weitere Anschlüsse, darunter auch 49 Schulen, 56 Gewerbetreibende, 14 Krankenhäuser sowie 90 Einzellagen an das Netz angeschlossen werden. Erschlossen werden alle unterversorgten Gebäude der Breitbandausschreibung des Landkreises Bad Kreuznach.