Essen,
04
April
2019
|
12:44
Europe/Amsterdam

innogy weiht Fischtreppe am Wasserkraftwerk Hohenstein ein

  • Fischaufstiegsanlage nach nur einem Jahr Bauzeit fertiggestellt
  • Neuester Stand der Technik
  • Tag der offenen Tür für Nachbarn und Interessierte am 16. Mai 2019

Die Ruhr ist um eine Attraktion reicher: Die Fischtreppe am Wasserkraftwerk Hohenstein wurde heute offiziell eingeweiht. Innerhalb eines Jahres hat innogy die Fischwanderhilfe im vergangenen Jahr fertig gestellt und in Betrieb genommen. Auch der Ruhrtalradweg ist seitdem wieder ohne Umleitung befahrbar. innogy hat in die Maßnahme zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit rund zwei Millionen Euro investiert.

Die Fischwanderhilfe dient dem Schutz des Fischbestandes in der Ruhr. Durch das Wehr und den Aufstau der Ruhr können hinaufschwimmende Wanderfische den Höhenunterschied an Wasserkraftwerken nur schwer überwinden. Dies schränkt die Wanderung von beheimateten Fischarten wie Barbe, Rotauge, Brasse, Döbel, Schleie und Aal ein, die im Laufe ihres Lebenszyklus verschiedene Habitate auffinden müssen. Um den Fischen die Wanderung zu erleichtern, hat innogy die veraltete Fischaufstiegsanlage durch eine umfassende Wanderhilfe ersetzt, die dem neuesten Stand der Technik entspricht. Außer der Fischtreppe hat innogy im Herbst 2018 zudem einen Abstieg für Blankaale eingebaut.

Sonja Leidemann, Bürgermeisterin der Stadt Witten: „Schon früh gab es mit der Stadt Witten ein Bekenntnis zu „grünem Strom“. Bereits seit 1925 erzeugt das denkmalgeschützte Wasserkraftwerk Hohenstein jedes Jahr zuverlässig grünen Strom für rund 3.000 Haushalte. Mit der hier für gut zwei Millionen Euro verbauten Fischtreppe und Aalabstiegsanlage leistet innogy einen sehr wichtigen Beitrag zum Fischschutz in der Ruhr!“

Sandra Silva Riano, Leiterin Wasserkraft bei innogy: „Keine andere erneuerbare Technologie leistet für die Grundlast einen so wichtigen Beitrag zur Energiewende und somit für die Erreichung der Klimaschutzziele wie die Wasserkraft. Als einer der größten Betreiber in Deutschland liegt uns ein nachhaltiger Betrieb am Herzen. Auch hier in Hohenstein haben wir im Sinne einer wirksamen Maßnahme zur Fischdurchgängigkeit nachgerüstet. Ein herzliches Dankeschön an alle Anwohner, die Verständnis für die Bauarbeiten und damit verbundenen Beeinträchtigungen gezeigt haben.“

Für die aufwendigen Baumaßnahmen zum Neubau der Fischwanderhilfe wurde eigens eine Baustraße von der gegenüberliegenden Ruhrseite aus angelegt, um die Baustelle zu beliefern. Insgesamt wurden 10.000 Tonnen Boden und 3.000 Tonnen Schüttgüter sowie 1.100 Tonnen Stahlbeton bewegt. Der Ruhrtalradweg wurde aus Sicherheitsgründen während des Baus umgeleitet und nach dem Abschluss der Arbeiten wieder in seinen Ursprungszustand zurück versetzt.

Details Fischaufstiegsanlage und Aalabstieg

Fischwanderhilfen können auf verschiedene Arten ausgeführt werden. In Hohenstein kommt ein sogenannter Schlitzpass zur Ausführung. Dabei wird der durch das Wehr entstehende Höhenunterschied von circa 4,6 Metern mit einem 127 Meter langen Beckenpass aus 37 aufeinanderfolgenden Becken überwunden. In den Becken herrscht eine relativ niedrige Fließgeschwindigkeit, sodass diese von den Fischen beim Durchschwimmen der Fischwanderhilfe als Ruhezone genutzt werden. Jeweils im Schlitz zwischen zwei Becken treten höhere Fließgeschwindigkeiten auf. Die Becken und die Schlitze sind dabei so dimensioniert, dass die vorkommenden Fischarten diese problemlos durchschwimmen können. Am Boden des Beckenpasses sind als Substrat Steine und Kies eingebracht. So können auch am Boden lebende wirbellose Tierarten die Wanderhilfe nutzen.

Auch der Aal ist Teil der natürlichen Lebensgemeinschaft der Ruhr. Hier wächst er heran, wird erwachsen und fortpflanzungsfähig und tritt bei speziellen Umweltbedingungen, wie z.B. hinsichtlich Abflusssteigerung, Wassertemperatur und Wassertrübung seine aktive Wanderung in Richtung Nordsee und weiter in die Sargassosee an. Hier laichen die Tiere ab. Die geschlüpften Larven wandern dann über Strömungen an die europäischen Küsten. Ein Teil davon gelangt anschließend über natürliche Wanderung ins Binnenland oder wird an den Küsten abgefangen und in geeignete Aufwuchsareale im Binnenland gebracht.

Die in Hohenstein verbaute Aalabstiegsanlage besteht aus einem 26 Meter langen Edelstahl-Zick-Zack-Rohr mit insgesamt 15 Öffnungen zum Einschwimmen der Aale. Das Aalrohr befindet sich auf dem Flussboden parallel vor den Turbineneinläufen. Das System erzeugt einen sogenannten Strömungsschatten, einen Bereich ohne oder mit nur wenig Strömung. Die Aale werden durch die Zick-Zack-Form des Sammelrohrs zu den Öffnungen geleitet. Über eine anschließende Bypassleitung schwimmen die Aale mit der Strömung bis in die Fischtreppe, die sie zum weiteren Abstieg nutzen.

Tag der offenen Tür am 16. Mai 2019

Um über das Projekt zu informieren und die Gelegenheit zu geben, die neue Fischaufstiegsanlage zu besichtigen, lädt innogy Interessierte und Nachbarn am Donnerstag, 16. Mai 2019 herzlich ins Wasserkraftwerk Hohenstein ein. Das Anmeldungsformular zum Tag der offenen Tür und weitere Informationen sind online verfügbar: www.innogy.com/hohenstein