Rotterdam,
13
Juni
2018
|
10:36
Europe/Amsterdam

innogy und TenneT untersuchen länderübergreifendes Windenergieverteilkreuz in der Nordsee

Zusammenfassung

> Die Partner wollen in einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie die Potenziale einer Netzanbindung von Offshore-Windparks in der Nordsee an ein länderübergreifendes Windenergieverteilkreuz (Wind Power Hub) prüfen
> Ein solches Verbundnetz würde die Einspeisung und Verteilung großer Mengen an Offshore-Windenergie ermöglichen, den europäischen Energiemarkt stärken und europaweit die Versorgungssicherheit erhöhen

innogy und der niederländisch-deutsche Übertragungsnetzbetreiber TenneT haben eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet: In einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie wollen die Kooperationspartner Chancen und Herausforderungen grenzübergreifender Offshore-Verteilkreuze für Windparks in der Nordsee ausloten. Beide Seiten werden zunächst realistische Planungsoptionen, wirtschaftliche Implikationen sowie die regulatorischen und marktwirtschaftlichen Anforderungen solch einer gemeinsamen internationalen Infrastruktur prüfen.

Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien bei innogy SE
„Der Bereich Forschung und Entwicklung ist von zentraler Bedeutung, um die Erzeugung erneuerbarer Energie voranzutreiben. Die Vernetzung von Offshore-Windprojekten in einem übergreifenden Übertragungsnetz eröffnet die Möglichkeit, in mehrere Märkte einzuspeisen. Der große Vorteil besteht darin, Verbraucher zukünftig vorhersehbar mit großen Mengen günstigem und grünem Offshore-Strom zu versorgen. Dieses Forschungsprojekt macht uns zum Vorreiter der gesamten Offshore-Branche.”
Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien bei innogy SE

Ergebnisse bestehender Studien und jüngste Erfolge bei der Kostensenkung für Offshore-Wind sind die Grundlage für die geplante Untersuchung. Der Fokus der Machbarkeitsstudie liegt auf den Möglichkeiten, die sich bei einem starken Ausbau von Offshore-Windkapazitäten in der Nordsee, insbesondere in großer Entfernung zur Küste, ergeben. In Großbritannien befinden sich bereits Projekte in der Entwicklung, u.a. der Offshore-Windpark Sofia von innogy mit einer geplanten installierten Leistung von 1,2 Gigawatt (GW). innogy und TenneT werden ihre weitreichenden Erfahrungen und Kenntnisse zusammenführen, um von unterschiedlichen Ansätzen zu profitieren. Beide Parteien verfügen über eine erfolgreiche Bilanz bei Offshore-Windprojekten in der Nordsee.

innogy ist einer der weltweit führenden Betreiber von Offshore-Windparks. Das Unternehmen war an der Umsetzung von über 2,5 GW* an Offshore-Windkapazität in Europa beteiligt und verfügt weltweit über eine umfangreiche Offshore-Entwicklungspipeline. Dazu gehören unter anderem das 860-Megawatt-Projekt Triton Knoll in Großbritannien, welches 2017 eine Förderungszusage erhielt, sowie in Deutschland das 325-Megawatt-Projekt Kaskasi, für das innogy im April 2018 von der Bundesnetzagentur die Rechte für den Bau und Betrieb zugesprochen bekommen hat.

TenneT kann auf eine einzigartige Erfolgsbilanz bei der Errichtung von Übertragungsinfrastruktur im Bereich Offshore-Wind verweisen und hat sieben Hochspannungsgleichstrom- sowie drei Drehstrome-Netzanbindungen im Offshore-Bereich in Deutschland realisiert. Bislang beläuft sich die Bilanz insgesamt auf eine Übertragungskapazität von über 5,3 GW und die Verantwortung für den Anschluss weiterer 3,5 GW an Kapazität in den Niederlanden bis 2023 sowie insgesamt 10,4 GW in Deutschland bis 2025.

Mel Kroon, CEO von TenneT, sagte: „Angesichts der Prognosen von WindEurope bezüglich der Errichtung von bis zu 70 GW an Offshore Wind bis 2030 gilt es, neue Ansätze zu untersuchen, um große Offshore-Windkapazitäten an die Netze auf dem Festland anzuschließen. Ein Verteil-System für die in der Nordsee erzeugte Windenergie unterstützt die Errichtung deutlich größerer Kapazitäten. Die Zusammenarbeit mit innogy ist ideal, um solche neuen Ansätze zu verfolgen.”

* Dies beinhaltet die gesamte installierte Leistung aller Offshore-Windparks, an denen innogy Anteile hält bzw. an deren Entwicklung oder Bau innogy beteiligt war. Dem Unternehmen gehören zur Zeit anteilig ca. 1.000 MW an installierter Offshore-Windkapazität (pro rata).