Dortmund/Dresden,
12
Oktober
2017
|
11:07
Europe/Amsterdam

innogy und Kiwigrid starten Zusammenarbeit für IoT-basierte Energiedienstleistungen

  • Partner schließen Konzernrahmenvertrag
  • Startschuss einer Zusammenarbeit für digitale Energiedienstleistungen basierend auf einer IoT-Plattform
  • Ausbau des internationalen Zukunftsgeschäfts für Privat- und Gewerbekunden

 

Die innogy SE hat jüngst einen strategischen Konzernrahmenvertrag mit der Kiwigrid GmbH geschlossen. Das Dresdner Unternehmen entwickelt und betreibt eine modulare und sichere Plattform für intelligentes Energiemanagement. Kiwigrid ist eines der führenden Technologieunternehmen im Bereich "Energy IoT" und wurde im Februar 2017 in die Liste der Global Cleantech 100 aufgenommen.

 

Carl-Ernst Giesting (Leiter B2B innogy SE), Tim Ulbricht (Geschäftsführer Kiwigrid), Martin Herrmann (COO Vertrieb innogy SE), Carsten Bether (Beirat und Gründer Kiwigrid) und Matthias Hertel (Geschäftsführer Kiwigrid) im Service- und Operationbereich der Kiwigrid GmbH (v.l.n.r.).

Mit dem industriellen Energie-Monitoring-System „bit.B“ und dem Innovationsprojekt für Elektromobilität „greenfuel“ sind die ersten gemeinsamen Projekte bereits gestartet. Weitere Lösungen werden in den kommenden Monaten folgen, unter anderem in den Bereichen Smart Home und der Vermarktung von aggregierten Kleinstflexibilitäten.

Bereits heute sind über 1,3 Millionen dezentrale Erzeugungsanlagen und Speichersysteme an die deutschen Verteilnetze angeschlossen. Sinkende Preise für Solar- und Speichertechnologien werden diese Entwicklung beschleunigen. Die Energiesysteme verlagern sich damit zum Endkunden; die Wertschöpfung im Energiemarkt wird komplexer. innogy sieht in diesem historischen Wandel der Energiewirtschaft große Wachstumschancen für das Energiedienstleistungsgeschäft. Die Partnerschaft mit der Kiwigrid GmbH wird hierbei eine zentrale Rolle spielen.

Martin Herrmann, verantwortlicher Vorstand Vertrieb der innogy SE
„Durch die Zusammenarbeit mit Kiwigrid setzt innogy auf Zukunftstechnologie. Auch die Energiewirtschaft wird zunehmend digitaler. Automatisierung und Robotorisierung machen Abläufe einfacher – auch für unsere Kunden.“
Martin Herrmann, verantwortlicher Vorstand Vertrieb der innogy SE

Martin Herrmann, verantwortlicher Vorstand Vertrieb der innogy SE: „Durch die Zusammenarbeit mit Kiwigrid setzt innogy auf Zukunftstechnologie. Auch die Energiewirtschaft wird zunehmend digitaler. Automatisierung und Robotorisierung machen Abläufe einfacher – auch für unsere Kunden.“

Das Vernetzen von Millionen kleiner dezentraler Energieanlagen zu einem „Internet der Dinge“ ist eine der größten technischen Herausforderungen der Energiewende. Kiwigrid gehört hier weltweit zu den führenden Unternehmen. „Unsere Hard- und Software versteht über 1.000 verschiedene Gerätetypen aller bekannten Hersteller. Dazu gehören in erster Linie Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladestationen für Elektrofahrzeuge, aber auch steuerbare Großverbraucher wie Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen. Auf unserer Plattform managen wir bereits über eine halbe Million Datenpunkte angebundener dezentraler Geräte. Gemeinsam mit innogy werden wir diese Daten in skalierbare Geschäftsmodelle übersetzen“, sagt Kiwigrid-Geschäftsführer Matthias Hertel. „Dabei gewährleisten wir Ende-zu-Ende-Sicherheit – angefangen bei der Anbindung der Geräte in Gebäuden, über unsere Cloudinfrasruktur bis hin zu Kundenapplikation.“

Getrieben von der Dezentralisierung und Digitalisierung erlebt die Branche derzeit ein weiteres Phänomen: die Sektoren Strom, Mobilität und Wärme verschmelzen. Der Energiemarkt wird dadurch neu definiert. innogy und Kiwigrid adressieren diesen Megatrend, indem sie die sektorspezifischen Technologien intelligent miteinander vernetzen. „Genau das ist mit unserer IoT-Plattform und unseren Softwarelösungen möglich“, sagt Tim Ulbricht, Geschäftsführer für die Bereiche Produkt, Vertrieb und Marketing bei Kiwigrid. „Wir wollen innogy dabei helfen, marktrollen- und sektorenübergreifend neue innovative Energiedienstleistungen zu entwickeln und international zu vermarkten“, so Ulbricht weiter.

Eines der ersten gemeinsamen Projekte ist innogys industrielles Energie-Monitoring-System „bit.B“. Dieses wird auf die Kiwigridplattform migriert. „bit.B“ ist ein Prozess- und Energiemonitoringsystem für Gewerbebetriebe und Industrieunternehmen im Sinne der DIN EN ISO 50001. Mittels Sensoren werden verschiedene Daten wie Produktions-, Umwelt- oder Energiedaten auf Maschinenebene oder in Haupt- und Unterverteilungen erhoben, miteinander verknüpft und ausgewertet. Ziel ist es, den Unternehmen Erkenntnisse zu liefern, um die Energieeffizienz zu erhöhen und Produktionsprozesse zu optimieren. Das System ist flexibel einsetzbar; die Referenzen reichen vom internationalen Reifenproduzenten über Hotelleriebetriebe bis hin zum regionalen Schuhfilialisten. Gemeinsam mit Kiwigrid soll das System um intelligente Aktoren erweitert werden, um damit unter anderem Spitzenlastmanagement und solare Eigenverbrauchsoptimierung zu ermöglichen.

„Mit bit.b erhalten unsere Kunden deutlich mehr Transparenz über ihre Betriebsprozesse. Das System ist einfach und schnell zu installieren und zeigt rasch Ergebnisse in Euro und Cent. Dies hat bereits viele Kunden überzeugt“, sagt innogy-Vorstand Martin Herrmann.

Beim zweiten Projekt handelt es sich um innogys Forschungs- und Entwicklungsprojekt „greenfuel“. Unter anderem arbeitet das Forschungsteam an der intelligenten Einbindung von Elektrofahrzeugen ins Stromnetz. Konkret handelt es sich um Elektrofahrzeuge mit einer Methanolbrennstoffzelle als Reichweitenverlängerer. Kiwigrid hat hierfür eine bidirektionale Ladelösung entwickelt (vehicle-to-home). Damit kann das Fahrzeug zum Beispiel zu Hause aus der eigenen Solaranlage geladen werden. Sollte gerade keine Sonne scheinen, kann das Fahrzeug wiederum das Haus mit Strom versorgen, der aus der Methanolbrennstoffzelle gewonnen wird. Bidirektionales Laden auf der Basis von Netzzustandssignalen sowie komplexer Erzeugungs- und Verbrauchsprognosen wird ein entscheidender Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Integration von Elektrofahrzeugen in die Stromnetze sein.

Seit Anfang des Jahres besitzt innogy Anteile am Dresdner Softwareunternehmen. Mit dem Konzernrahmenvertrag wird die Zusammenarbeit vertieft. innogy plant die auf der Kiwigrid-Plattform entwickelten Produkte auch in ihren internationalen Märkten auszurollen.