Essen,
09
März
2017
|
14:47
Europe/Amsterdam

innogy startet weltweit einzigartiges Methanol-Projekt

  • „Grünes“ Methanol als alternativer Energieträger für die Energiewende
  • CO2-neutraler Kraftstoff für Schiffe, Flugzeuge und Schwertransporter

Für den Schiffsdiesel ist bereits ein Platz im Museum reserviert – wenn es nach den Entwicklern von innogy geht, gehört die Zukunft sauberen Treibstoffen, den so genannten ‚greenfuels‘ (fuel = Treibstoff). Stehen die traditionellen Dieselmotoren in der Schifffahrt für Abgase und Lärm, sollen künftig saubere Treibstoffe wie CO2-neutrales Methanol auf den Flüssen und Meeren Schiffe antreiben, ohne die Umwelt zu belasten. Wie das funktioniert zeigt das führende deutsche Energieunternehmen innogy in Essen mit der ‚MS innogy‘: Dem ersten Schiff in Deutschland, das mit einer umweltfreundlichen Methanol-Brennstoffzelle angetrieben wird und das ab Sommer auf dem Essener Baldeneysee als Ausflugsschiff eingesetzt werden soll. Mit dem weltweit einzigartigen Projekt stellt innogy erstmals die gesamte Wertschöpfungskette dar: von der Produktion des klimaneutralen Treibstoffs mithilfe erneuerbarer Energien, bis zur Anwendung in einer Brennstoffzelle in einem Ausflugsschiff. So wird die Energiewende für die Menschen vor Ort erlebbar. Dass das Projekt in Essen startet, kommt nicht von ungefähr.

 

Rainer Hegmann, Leiter Hauptregion Rhein-Ruhr der innogy
„Essen ist in diesem Jahr die ‚Grüne Hauptstadt Europas‘. Und wir sind sehr froh, dass wir mit der klimafreundlichen ‚MS innogy‘ unseren Beitrag dazu leisten können, die Region, in der wir verwurzelt sind, als das zu zeigen, was sie ist: Pionier für eine bürgernahe Energiewende.“

 
Rainer Hegmann, Leiter Hauptregion Rhein-Ruhr der innogy

Simone Raskob, Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen sowie Projektleiterin ‚Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017‘ betont vor allem den langfristigen Charakter der Initiative: „Dieses Projekt ist derzeit einzigartig und dadurch ein weiteres Beispiel der Vorreiterfunktion Essens auf dem Feld des klimafreundlichen Schiffbetriebes. Als ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt der Grünen Hauptstadt soll ‚greenfuel‘ den grünen Gedanken auch über das Jahr 2017 hinaus prägen.“ Langfristige positive Effekte erwartet auch Franz-Josef Ewers, Geschäftsführer der Weißen Flotte, die das umweltfreundliche Schiff künftig betreiben wird: „Das Schiff ist wendiger und flacher als unsere anderen Fahrgastschiffe, so dass wir ruhraufwärts ein neues Einzugsgebiet erschließen und noch mehr Fahrgäste auf unseren Schiffen begrüßen können.“

Spätestens im August soll das Ausflugsschiff nach den Umbauarbeiten einsatzbereit sein. Frank-Detlef Drake, Leiter Strategie & Technologie bei innogy: „Ein CO2-neutraler Schiffsantrieb, der das Klima nicht zusätzlich belastet, ist kein Zukunftstraum, sondern gelebte Energiewende.“ Das Ausflugsschiff ist dabei nur ein Beispiel, wie die zukunftsweisende Brennstoffzellen-Technologie künftig zum Klimaschutz beitragen kann.

 

„Grünes“ Methanol als alternativer Energieträger für die Energiewende

Frank-Detlef Drake, Leiter Strategie & Technologie bei innogy
„Sie können Autos rein elektrisch fahren, aber bei Flugzeugen, Schiffen oder Schwerlasttransportern ist das eine sehr große Herausforderung. Hier können alternative Treibstoffe und Energieträger wie Methanol die deutlich bessere Lösung sein. Wir wollen auch hier als innogy Vorreiter sein und haben deshalb in den vergangenen Monaten hart gearbeitet, um gemeinsam mit unseren Partnern Deutschlands erstes Schiff zu entwickeln, das mit einer hochmodernen Methanol-Brennstoffzelle als Antriebssystem fährt.“
Frank-Detlef Drake, Leiter Strategie & Technologie bei innogy

Das Fahrgastschiff wird mit Hilfe von ‚greenfuel‘ betrieben: Die nötige Energie für den gesamten Betrieb stammt ausschließlich aus regenerativen Quellen. Energieträger ist Methanol, ein flüssiger Alkohol mit sehr hoher Energiedichte. Erzeugt wird dieser direkt am Baldeneysee im Wasserkraftwerk am Stauwehr. In einer zwei mal zwei Meter großen Anlage wird Kohlendioxid aus der Umgebungsluft gefiltert und mit Hilfe von Strom und Wasser zu Methanol umgesetzt. Eine Brennstoffzelle nutzt das Methanol wiederum zur Stromerzeugung auf dem Schiff und speist einen batteriegepufferten Elektromotor. Und besonders wichtig: Das ganze Verfahren ist CO2-neutral, belastet also nicht das Klima. Im Betrieb setzt der Schiffsmotor nur so viel CO2 frei, wie zuvor für die Herstellung des Methanols aus der Luft gefiltert worden ist.

 

Weil es noch kein Schiff dieser Art gibt, die Bestandsschiffe der Weißen Flotte nicht für einen Umbau in Frage kommen und ein Neubau zu teuer wäre, wurde ein Fahrgastschiff, das bislang in Ratzeburg in Betrieb war, angekauft und wird nun umgerüstet. Die Gesamtkosten für Ankauf und Umbau belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro und werden durch die innogy SE sowie aus Fördermitteln der ‚Grünen Hauptstadt Europas - Essen 2017‘ finanziert. Betrieb und Wartung des Schiffes liegen anschließend bei der Weißen Flotte Baldeney-GmbH.

Hier geht es zum Erklär-Video 'greenfuel'