Essen,
30
März
2017
|
11:40
Europe/Amsterdam

innogy startet mit ucair ihr erstes Start-up für Drohnenflüge

  • ucair ermöglicht effiziente Inspektion von Solaranlagen per Drohne
  • Startkapital von rund einer Million Euro von innogy

Den Erneuerbaren wie Wind- und Sonnenenergie gehört die Zukunft – allerdings nur, wenn die Anlagen reibungslos funktionieren. Bei Photovoltaik-Anlagen etwa, die Privat- und Geschäftsleute auf dem Hausdach betreiben, ist das oft nicht der Fall. Studien und Umfragen unter Photovoltaik-Sachverständigen zeigen, dass mehr als 80 Prozent der in Deutschland installierten PV-Anlagen Mängel aufweisen. Die Folge: Diese Anlagen liefern nicht die Erträge, die sich Besitzer und Betreiber von ihnen versprechen. Es drohen Ausfälle von mehreren Zehntausend Euro über die gesamte Nutzungsdauer.

Das Start-up ucair, die neueste Ausgründung aus dem Innovation Hub der innogy SE, löst dieses Problem mit einer cleveren Idee: Statt Techniker auf die Dächer zu schicken, um PV-Anlagen zu überprüfen, führt ucair den Check per Drohne durch. Das geht schneller und ist deutlich preiswerter. ucair-Gründer Christian Shuster, der vor kurzem vom Handelsblatt zu einem der „100 innovativsten Köpfe Deutschlands“ gekürt wurde:

 

 ucair-Gründer Christian Shuster
Für unsere Kunden haben wir eine klare Vision entwickelt: Kein Sonnenstrahl soll wegen defekter Solarzellen vergeudet werden. Um dies zu erreichen, nutzen wir ein Netzwerk von über 40 Drohnenpiloten in ganz Deutschland, die mit Thermografie-Drohnen Aufnahmen der Anlagen unserer Kunden erstellen.
ucair-Gründer Christian Shuster

Die Thermografie-Daten leiten die Piloten im Anschluss zur Analyse an ucair weiter. In der teilautomatisierten Auswertung durch Experten werden Schäden an Zellen und Modulen oder gar Komplettausfälle von einzelnen Bauteilen durch Temperaturunterschiede sichtbar. „Der Kunde erhält auf Basis dieser Auswertung einen detaillierten Bericht sowie Empfehlungen von uns, welche Reparaturen erforderlich sind, um einen maximalen Ertrag zu erreichen“, erklärt ucair-Mitgründer Marian Krüger. Seit dem Projektstart im August 2016 hat ucair bereits Solaranlagen mit einer Kapazität von 25 Megawatt inspiziert und so den Privat- und Geschäftskunden aufgezeigt, wie sie ihren Ertrag jährlich um mehr als 90.000 Euro steigern können. Weitere Kunden-Anlagen mit einer Kapazität von fast 30 Megawatt werden in den nächsten Wochen beflogen.

Thomas Birr, Senior Vice President Innovation & Business Transformation, der bei Deutschlands führendem Energieunternehmen den Innovations-Bereich, den innogy Innovation Hub, verantwortet:

 

Thomas Birr, Senior Vice President Innovation & Business Transformation bei innogy
Wir glauben fest an den Erfolg von ucair. Mit einer installierten Gesamtkapazität an Solar-Anlagen von 40 Gigawatt bildet Deutschland einen idealen Startmarkt für ucair. Angesichts der erheblichen Wachstumsraten des weltweiten Solar-Markts sehen wir zudem viel Potenzial für eine Expansion und Internationalisierung des Geschäfts.
Thomas Birr, Senior Vice President Innovation & Business Transformation bei innogy

Vergleichbar mit großen Anbietern anderer Branchen wie uber oder airbnb setzt ucair auf das Plattform-Modell und vermittelt die Inspektionsleistung ohne selbst eine Drohne zu besitzen. Allerdings verfügt ucair über eine eigene Datenanalyse im Haus und unterscheidet sich so von reinen Marktplatz-Lösungen, die lediglich Dienstleister vermitteln. Nach erfolgreicher Entwicklungsphase startet ucair nun mit einem Startkapital (Seed Investment) in Höhe von einer Million Euro von innogy als eigenständiges Unternehmen in sein erstes Geschäftsjahr.

Das Video-Interview mit ucair-CEO Christian Shuster finden Sie hier.

Weitere Informationen gibt es unter ucair.de.