Essen,
11
September
2019
|
13:06
Europe/Amsterdam

Herzinfarkt in Windrad: Rettungsübung in luftiger Höhe

  • Rettungskräfte proben den Ernstfall im Windpark Hörup
  • Höhenretter, Freiwillige Feuerwehr und Techniker von innogy und Deutscher Windtechnik beteiligt

Wo sonst idyllische Ruhe herrscht, ging es heute hoch her: Im Windpark Hörup (drei Windkraftanlagen von Green GECCO, dem Gemeinschaftsunternehmen aus 29 Stadtwerken (49%) und innogy (51%)) tummelten sich Höhenrettung und Feuerwehr, um die Rettung eines innogy-Service-Technikers mit Herzinfarkt aus dem Maschinenhaus in luftiger Höhe zu trainieren. So sah es das Übungsszenario vor, welches innogy im Windpark Hörup initiiert hatte. Unterstützt von der örtlichen Feuerwehr Hörup und Service-Partner Deutsche Windtechnik beinhaltete das Übungsszenario die medizinische Erstversorgung sowie das spätere Abseilen des Verunfallten aus der Windkraftanlage in 78 Metern Höhe durch die Berufsfeuerwehr Flensburg.

„Für einen sicheren Betrieb prüfen unsere Mitarbeiter regelmäßig Windkraftanlagen an abgelegenen Standorten. Die Sicherheit hat dabei oberste Priorität. Wir bilden die Kollegen deshalb nach den höchsten Standards aus. Gibt es einen Notfall in der Anlage, müssen die Kollegen zunächst Erste-Hilfe leisten, den Verunfallten oder Erkrankten stabilisieren und aus der Anlage abseilen. Alles Weitere übernehmen die Rettungskräfte am Boden. Deshalb testen wir regelmäßig, ob unser Rettungskonzept funktioniert“, erklärt Bengt-Olof Wickbom, Leiter Onshore-Betriebsführung bei innogy. „Wäre dies ein Ernstfall gewesen, dann hätten wir durch konsequentes und strukturiertes Handeln aller Akteure schnell helfen können. Die Übung trägt dazu bei, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu verbessern, damit im Ernstfall noch schneller und effizienter reagiert wird. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten.“

„innogy hat ein Notfall- und Rettungskonzept für alle Windkraftanlagen entwickelt. Dieses Konzept beinhaltet unter anderem die professionelle Erstversorgung von verunfallten oder erkrankten Mitarbeitern, die Rettung der Person, die Einrichtung von Krisenstäben und die umfangreiche Kommunikation mit externen Beteiligten. In Kooperation mit der Berufsfeuerwehr Flensburg wurde die Übung im Windpark Hörup über Monate vorbereitet, um die Prozesse möglichst realitätsnah unter kontrollierten Bedingungen durchlaufen zu können“, berichtet David Elsper, Sicherheits-Manager bei innogy.

Das Szenario sah die medizinische Erstversorgung von einem verunfallten Mitarbeiter im vorderen Teil des Maschinenhauses sowie die anschließende Rettung einer Person (als Patientensimulator) mit Herzinfarkt aus 78 Meter Höhe bis auf den Boden vor. Der zum zwei Personenteam in der Anlage gehörende Kollege leistete Erste Hilfe und alarmierte über den Notruf die Rettungsleitstelle Nord, die umgehend die örtlich zuständigen Rettungskräfte sowie die Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Flensburg zur Unterstützung anforderte. Zusätzlich wurde der innogy- Kontrollraum in Hannover alarmiert, um die weitere Kommunikation zu unterstützten. Auf diesem Weg wurden gemäß Notfallplan benötigte Informationen an die Rettungskräfte weitergeleitet und auch das Service-Team der Deutschen Windtechnik alarmiert, das zum Notfallzeitpunkt in der Nähe tätig war.

Thore Theemann von der Berufsfeuerwehr Flensburg erläutert: „Das Einsatzspektrum unserer Höhenrettungsgruppe ist sehr vielfältig. Wenn eine Drehleiter mit ihrer Möglichkeit am Ende ist, kommen wir zum Einsatz. Unsere 15 Höhenretter sind in der speziellen Rettung aus Höhe und Tiefe sowie der Notfallmedizin und weiteren Versorgung ausgebildet. Die nächsten vergleichbaren Einheiten sind erst wieder in Kiel und Hamburg zu finden. Folglich werden wir auch weit über die Stadtgrenze hinaus alarmiert, bei Bedarf auch bis nach Dänemark. Wer unsere Hilfe anfordert, der bekommt sie auch.“

Die Freiwillige Feuerwehr Hörup übernahm bei dieser Notfallsimulation die weitergehende medizinische Erstversorgung, um anschließend in Kooperation mit der Höhenrettung der Berufsfeuerwehr Flensburg die Rettung aus dem Nabenbereich der Anlage durchzuführen. Anschließend wurde der Patient durch die fachlich spezialisierten Kollegen der Höhenrettung sicher außerhalb des Turms zu Boden begleitet und zur weiteren medizinischen Versorgung an die Rettungskräfte zu übergeben.