Laufenburg,
31
Juli
2018
|
09:44
Europe/Amsterdam

Frischekur für Rheinkraftwerk: Neue Maschine in Betrieb genommen

  • Generalüberholung bringt 10 Prozent mehr Leistung

  • Zusätzliche Versorgung von 13.000 Haushalten

  • RADAG investiert 43 Millionen Euro

Die Gemeinden Albbruck und Dogern liegen beide am Rhein und sind Namensgeber für ein ganz besonderes Wasserkraftwerk: die Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG, kurz RADAG. Hier wird seit den 1930er Jahren zuverlässig Strom aus Wasserkraft erzeugt. Nach gut 90 Jahren Dauerbetrieb ist das Rheinkraftwerk bereit für neueste Technik. Das Ziel: Effizienter, sicherer, langfristig und wartungsarm mehr Strom als bisher zu produzieren. Dazu werden bis 2019 die drei alten Maschinen und die Leittechnik erneuert. Jetzt wurde die zweite Maschine nach über einjähriger Revision in Betrieb genommen. Die RADAG investiert rund 43 Millionen Euro in diese außergewöhnliche Instandsetzungsmaßnahme.

Aus dem Fünfflügler wird ein Vierflügler.

Eine Maschine besteht aus dem Laufrad mit einem Durchmesser von sieben Metern, dem Leitapparat sowie dem Generator. Jede der drei Maschinen verfügt über eine Leistung von 28 Megawatt.

„Die Sanierung ist mühevolle Kleinstarbeit. Jedes Teil muss einzeln und in Handarbeit auseinandergenommen, bearbeitet und wieder eingesetzt werden. Aber der Aufwand zahlt sich aus. Dank seiner hochmodernen Form mit vier statt fünf Flügeln kann das tonnenschwere Laufrad die Strömungsenergie effizienter nutzen. So können wir trotz unveränderter installierter Leistung rund zehn Prozent mehr erzeugen. Das bedeutet rechnerisch für das Rheinkraftwerk: Grüner Strom für über 13.000 Haushalte zusätzlich“, erklärt Projektleiter Andreas Göggel von der Schluchseewerk AG, die sich um die Betriebsführung kümmert.

Alles im laufenden Betrieb und im Einklang mit der Natur.

Die erste Maschine wurde bereits generalüberholt und erzeugt seit eineinhalb Jahren Strom auf dem neuesten Stand der Technik. Nachdem nun die zweite Maschine wieder in Betrieb ist, steht die Revision der dritten Maschine auf dem Programm. Auch diese findet im laufenden Betrieb statt. Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich Ende 2019 fertiggestellt. Dann wird die RADAG, die auch noch über eine Maschine im 2009 fertig gestellten Wehrkraftwerk verfügt, mit einer installierten Gesamtleistung von 108 Megawatt das Rheinwasser noch effizienter nutzen und pro Jahr etwa 46 Millionen Kilowattstunden mehr erzeugen – insgesamt rund 680 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Damit können rechnerisch insgesamt rund 200.000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden. Dies geschieht im Einklang mit der Natur. Vor zehn Jahren hat die RADAG im Zuge des Baus des neuen Wehrkraftwerks vier Millionen Euro in ökologische Aufwertungsmaßnahmen für die Tier- und Pflanzenwelt investiert. Auf einer Länge von zwölf Kilometern werden zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserungen der ökologischen Qualität sichtbar. Unter anderem erhöhen neue Kiesinseln, Buhnen und Felsblöcke die Strukturvielfalt und bieten Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für die Äsche und andere heimische Fische. Zudem wurde die Albmündung renaturiert. Nicht zu vergessen: für die Modernisierung des Fischpasses am Maschinenhaus der Altanlage wurden zusätzlich zwei Millionen Euro investiert.