Essen,
13
November
2017
|
07:06
Europe/Amsterdam

innogy setzt konsequent auf starke Performance

  • Solide operative Ertragslage in den ersten neun Monaten

  • Neue starke Partnerschaft im britischen Vertriebsgeschäft beschlossen

  • Ausblick für das Gesamtjahr 2017 bestätigt – bereinigtes Nettoergebnis über 1,2 Milliarden Euro erwartet

  • Abschreibung auf den Firmenwert des britischen Vertriebsgeschäfts

  • Eigenständige Kreditlinie ­– S&P stuft Rating von innogy hoch auf BBB, stabiler Ausblick

 

Die innogy SE setzt ihre Strategie für ein nachhaltiges Wachstum konsequent um. Nur wenige Wochen nach der Vorstellung der weiterentwickelten 4P-Strategie (Performance, Portfolio, Position und Partnerschaft) verkündete das Essener Energieunternehmen vor wenigen Tagen die neue starke Partnerschaft auf dem britischen Vertriebsmarkt mit SSE (siehe Pressemitteilung vom 8.11.2017). Heute veröffentlicht die innogy SE zudem gute Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2017.

In den ersten drei Quartalen 2017 konnte innogy das Ergebnis wie erwartet steigern: Das bereinigte EBITDA belief sich auf rund 3,1 Milliarden Euro. Nach betrieblichen Abschreibungen erzielte innogy ein bereinigtes EBIT von rund 2,0 Milliarden Euro. Die jeweiligen Vorjahreswerte konnten damit um 5 Prozent beziehungsweise 9 Prozent übertroffen werden. Das bereinigte Nettoergebnis erhöhte sich sogar um 27 Prozent auf 850 Millionen Euro. Neben der guten operativen Ergebnisentwicklung wirkte sich vor allem die deutliche Verbesserung des bereinigten Finanzergebnisses aus.

Bernhard Günther, Finanzvorstand der innogy SE: „Wir haben uns mit unserer Wachstumsstrategie ambitionierte Ziele gesetzt. Und wir arbeiten mit Hochdruck daran, unsere Position im Wettbewerb zu sichern und auszubauen. Der Blick auf die vergangenen neun Monate zeigt: Die Ertragslage hat sich weiter solide entwickelt. Und wir kommen gut voran, auch in Großbritannien. Trotz der schwierigen Lage auf dem britischen Markt bringen wir mit npower ein starkes Unternehmen in die geplante gemeinsame Gesellschaft mit SSE ein.“

Gleich zu Jahresbeginn konnte innogy mit dem Erwerb von Belectric eine wichtige Erfolgsmeldung im Bereich Solarenergie verkünden. Im September folgte die Rekordzusage des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für die Förderung von 1.245 neuen Ladesäulen, wodurch innogy ihre Position als eine führende Betreiberin von Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität in Deutschland ausbauen kann. Ein weiterer Meilenstein war der Zuschlag für den Windpark Triton Knoll vor der Ostküste Englands: innogy ist mittlerweile alleinige Eigentümerin dieses hochattraktiven Erneuerbaren-Energien-Projekts. Nach derzeitiger Planung soll der Windpark über eine installierte Erzeugungskapazität von 860 Megawatt verfügen und rechnerisch mindestens 800.000 britische Haushalte jährlich mit grünem Strom versorgen.

Diese Leistungen erkenne auch der Kapitalmarkt an, so innogy-Finanzvorstand Günther: „Die Emission unserer ersten Senioranleihe über 750 Millionen Euro im April war ein wichtiger Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit von innogy. Genauso wie die Einrichtung einer eigenen Kreditlinie als Liquiditätsreserve. Der Kapitalmarkt goutiert unsere finanzielle Selbstständigkeit. Standard & Poor’s hat unser Rating kurz danach hochgestuft und bewertet innogy nun mit BBB. Das hat uns sicherlich auch bei der Emission unserer grünen Anleihe im Oktober geholfen. Der deutschlandweit erste Green Bond eines Unternehmens in Benchmarkgröße wurde mehrfach überzeichnet.“

Zum 30. September 2017 beschäftigte innogy 42.224 Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitstellen). Sie erwirtschafteten einen Außenumsatz von 30,8 Milliarden Euro; dieser blieb um rund 2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Für das Gesamtjahr erwartet innogy unter dem Strich ein bereinigtes Nettoergebnis von über 1,2 Milliarden Euro. Für die Dividende legt der Vorstand weiterhin eine Ausschüttungsquote von 70 bis 80 Prozent zugrunde.

Positive Ergebnisentwicklung vor allem im Netzbereich

Ausschlaggebend für den in den ersten neun Monaten 2017 erzielten Ergebnisanstieg war vor allem das Netzgeschäft. Das bereinigte EBIT des Unternehmensbereichs Netz & Infrastruktur stieg um 19 Prozent auf 1.424 Millionen Euro. Hier kamen insbesondere geringere Aufwendungen für den Betrieb und die Instandhaltung der Netze in Deutschland zum Tragen. Zudem waren im ersten Quartal 2016 in diesem Segment Rückstellungen für Altersteilzeitmaßnahmen gebildet worden. Positiv auf das Ergebnis wirkten sich im Vergleich zum Vorjahr unter anderem auch kühlere Witterungsverhältnisse in Osteuropa aus. Sie führten insbesondere in Tschechien zu einem Anstieg der Durchleitungsmengen im Gasverteilnetz.

Im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien ging das bereinigte EBIT um 20 Prozent auf 194 Millionen Euro zurück. Hier belasteten vor allem unterdurchschnittliche Windaufkommen und Niederschlagsmengen in den ersten neun Monaten das Ergebnis. Auch der Wegfall von Einmaleffekten im Vorjahr und die Abwertung des britischen Pfunds wirkten sich negativ aus. Die Inbetriebnahme neuer Onshore-Windparks hatte hingegen einen positiven Einfluss.

Das bereinigte EBIT im Unternehmensbereich Vertrieb lag mit 570 Millionen Euro 4 Prozent über Vorjahr: Während im Vertriebsgeschäft in Deutschland vor allem effizienzsteigernde Maßnahmen und Kostensenkungen zu einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses führten, machten sich im Segment Vertrieb Niederlande/Belgien geringere Kundenzahlen und Absatzeinbußen im Vorjahresvergleich bemerkbar, die durch geringere Kosten und Effizienzmaßnahmen kompensiert werden konnten. Das Vertriebsgeschäft in Osteuropa profitierte vor allem von kühlerer Witterung in Tschechien und konnte die Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Im Segment Vertrieb Großbritannien ging das Ergebnis zurück: Das Anfang 2016 gestartete Restrukturierungsprogramm führte in den ersten neun Monaten 2017 zwar zu einer Reduzierung der Kostenbasis. Allerdings bleibt die Wettbewerbssituation im britischen Vertriebsgeschäft sehr angespannt und der Margendruck sehr hoch. Seitens der britischen Regierung wurde inzwischen der Gesetzgebungsprozess zur Einführung einer generellen Preisobergrenze im Grundversorgungstarif auf den Weg gebracht. Diese sieht eine Ausweitung der bestehenden Preisdeckelung für benachteiligte Haushalte vor.

Im Rahmen des jährlich durchgeführten Impairment-Tests (Werthaltigkeitstest) wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert des britischen Vertriebsgeschäfts in Höhe von 480 Millionen Euro vorgenommen. Die Firmenwertabschreibung ist auf verschlechterte

kommerzielle Annahmen sowie erschwerte regulatorische Rahmenbedingungen zurückzuführen. Die beabsichtigte Zusammenführung der Vertriebsaktivitäten von innogy und SSE in Großbritannien führte zu keiner abweichenden Einschätzung des Impairments.

Stromabsatz um 8,1 Prozent gestiegen, Gasliefermengen 4,1 Prozent unter Vorjahr

In den ersten neun Monaten 2017 hat innogy 193,1 Milliarden Kilowattstunden Strom an externe Kunden geliefert, 8,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Maßgebliche Gründe waren Kundengewinne bei deutschen Weiterverteilern und die Intensivierung von Lieferbeziehungen mit bestehenden Kunden. Dem standen wettbewerbsbedingte Verluste von Privat- und Gewerbekunden in Großbritannien und den Niederlanden/Belgien gegenüber.

Der Gasabsatz ist um 4,1 Prozent auf 153,1 Milliarden Kilowattstunden zurückgegangen: Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen Absatzrückgänge bei Privat- und Geschäftskunden.

Investitionen um 12 Prozent gestiegen

In den ersten neun Monaten 2017 investierte innogy 1.244 Millionen Euro und damit 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den Erwerb des internationalen Solar- und Batteriespezialisten Belectric zurückzuführen. Bei den Sachinvestitionen sind der Ausbau und die Modernisierung der Netzinfrastruktur weiterhin Schwerpunkte der Investitionstätigkeit. Im Vordergrund stehen neben der Substanzerhaltung der Anschluss dezentraler Erzeugungsanlagen sowie der Netzausbau im Zusammenhang mit der Energiewende. Zudem hat innogy in verschiedene Onshore-Windprojekte in Großbritannien und Deutschland investiert. Weitere Mittel sind in den Ausbau unserer Breitbandaktivitäten geflossen.

Nettoschulden bei 16,0 Milliarden Euro

Die Nettoschulden von innogy lagen zum 30. September 2017 bei 16,0 Milliarden Euro und sind gegenüber dem 31. Dezember 2016 um rund 0,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Nettofinanzschulden erhöhten sich um 0,8 Milliarden Euro, da Investitionen und Dividendenzahlungen zum 30. September 2017 nicht durch den operativen Cashflow aus laufenden Geschäftstätigkeiten gedeckt werden konnten. Diesem Effekt steht die Verringerung der Pensionsrückstellungen von 3,9 Milliarden Euro auf 3,4 Milliarden Euro gegenüber. Die wesentliche Ursache hierfür ist das gestiegene Marktzinsniveau, welches sich ebenfalls in unseren Diskontierungszinsen niederschlägt.

Die Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) hebt Rating von innogy an

Die Ratingagentur S&P hat die Kreditwürdigkeit der innogy SE neu bewertet und die Bonität der langfristigen Verbindlichkeiten und Standardanleihen der innogy SE von BBB- , positiver Ausblick, auf nun BBB, stabiler Ausblick, hochgestuft. S&P würdigt damit die finanzielle Eigenständigkeit von innogy, die von allen drei großen Ratingagenturen ein solides Investment-Grade-Rating erhalten hat.

Anzahl der Mitarbeiter leicht gestiegen

Zum 30. September 2017 beschäftigte innogy 42.224 Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeitstellen). Das sind per Saldo 1.600 Beschäftigte mehr als zum 31. Dezember 2016. Eine Rolle spielten vor allem Mitarbeitertransfers an deutschen Standorten von RWE-Gesellschaften zum innogy-Konzern im Rahmen der Reorganisation des gesamten RWE-Konzerns. Diese sind damit weitestgehend abgeschlossen. Zudem ist durch den Erwerb von Belectric die Anzahl der Mitarbeiter um rund 550 gestiegen.

Ausblick 2017 bestätigt

innogy bekräftigt den Ausblick zum diesjährigen Geschäftsverlauf, der am 13. März 2017 erstmalig veröffentlicht und am 12. Mai 2017 und am 11. August 2017 bestätigt wurde. innogy erwartet auf Konzernebene unverändert ein bereinigtes EBITDA von rund 4,4 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT von rund 2,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis wird aus heutiger Sicht bei über 1,2 Milliarden Euro liegen.

Allerdings bleiben Unsicherheiten insbesondere im Zusammenhang mit dem britischen Vertriebsgeschäft. Das angespannte Marktumfeld und der politische Druck haben sich im Jahresverlauf weiter verschärft. Maßnahmen zur Kostensenkung im Rahmen des Restrukturierungsprogramms werden helfen, negative Markteffekte teilweise zu kompensieren. Es wird aber nicht davon ausgegangen, in diesem Segment 2017 ein positives bereinigtes EBIT zu erzielen. Im Unternehmensbereich Vertrieb soll insgesamt mit zusätzlichen Effizienzmaßnahmen gegengesteuert werden. Deshalb hält innogy vor diesem Hintergrund aus heutiger Sicht am aktuellen Ausblick fest. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Wettbewerbssituation in Großbritannien in den kommenden Wochen weiterentwickelt. Im aktuellen regulatorischen Umfeld scheint es unwahrscheinlich, dass gestiegene Beschaffungs- und Vorkosten an Endkunden weitergegeben werden können.

Im Unternehmensbereich Erneuerbare Energien will innogy ihre Kapazitäten weiter ausbauen. Das Offshore-Projekt Nordsee One (nahe der Insel Juist, Deutschland) wird noch im vierten Quartal vollständig in Betrieb genommen und mit seiner vollen Kapazität Grünstrom erzeugen. Auch für den englischen Offshore-Windpark Galloper (vor der Küste von Suffolk) werden nach und nach weitere Turbinen ans Netz angeschlossen. Gegenläufig wirken eine negative Wechselkursentwicklung in Großbritannien und der Wegfall von positiven Einmaleffekten aus dem Vorjahr. Auch unterdurchschnittliche Wind- und Niederschlagsmengen in den ersten neun Monaten haben einen negativen Einfluss. Der Ausblick wird bestätigt, da im vierten Quartal ein positiver Effekt in Höhe von 46 Millionen Euro aus der Neubewertung der Anteile am Offshore-Projekt Triton Knoll verbucht werden kann. Ursache für die Neubewertung war der Erwerb des 50-Prozent-Anteils von Statkraft.

Im Unternehmensbereich Netz & Infrastruktur ist die Entwicklung vor allem von geringeren Kosten zur Instandhaltung und dem Betrieb unserer Netze geprägt. Darüber hinaus waren im Vorjahr Rückstellungen für Altersteilzeitmaßnahmen gebildet worden.

 

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