Essen,
24
Januar
2018
|
16:38
Europe/Amsterdam

Ein Herz für Fische: innogy startet Bau einer Fischwanderhilfe am Wasserkraftwerk Hohenstein

Zusammenfassung

> Fischaufstiegsanlag entspricht neuestem Stand der Technik und Forschung

> Umleitung des Ruhrtalradweges

> Infoveranstaltung für Nachbarn und Interessierte

In den nächsten Tagen startet innogy mit dem Bau einer Fischwanderhilfe an ihrem Wasserkraftwerk Hohenstein zum Schutz des Fischbestands in der Ruhr. Die Anlage soll Ende 2018 in Betrieb gehen. Das Investitionsvolumen beträgt rund zwei Millionen Euro.

Durch das Wehr und den Aufstau der Ruhr können hinaufschwimmende Wanderfische den Höhenunterschied an Wasserkraftwerken nur schwer überwinden. Dies schränkt die Wanderung von beheimateten Fischarten wie Barbe, Rotauge, Brasse, Döbel, Schleie und Aalen ein, die sich zur Vermehrung auf Reisen begeben müssen. Das kann zu sinkenden Fischbeständen führen.

Hans-Christoph Funke, Leiter Wasserkraft bei innogy, erläutert: „Als einer der größten Wasserkraftbetreiber in Deutschland nehmen wir unsere Verantwortung für die Umwelt ernst. Für den Schutz des Lebensraums Wasser, beteiligen wir uns an Forschungsprojekten, Studien und konkreten Maßnahmen. Um die Fischwanderung auch an der Ruhr bei Witten zu verbessern, ersetzen wir die veraltete Fischaufstiegsanlage durch eine umfassende Fischwanderhilfe, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht.“

Umleitung Ruhrtalradweg und Auswirkungen auf den Straßenverkehr

Aus Sicherheitsgründen wird der Ruhrtalradweg während der Baumaßnahmen auf Höhe der Baustelle an der Uferstraße umgeleitet. Die Befahrung der Uferstraße und die Zufahrt zum Campingplatz wird mithilfe einer zeitweisen Ampelschaltung stetig gewährleistet sein. Entlang der Uferstraße kann es zeitweise zu Sperrungen einzelner Parkplätze kommen. Die Umleitungen und Sperrungen werden durch das Ordnungsamt frühzeitig ausgeschildert.

innogy-Projektleiter Torsten Lippert erläutert: „Der Bau der Fischaufstiegsanlage beinhaltet auch die Errichtung einer Baustraße, die ausreichend stabil und breit für die Befahrung von schweren Kraftfahrzeugen ist . Die Baumaßnahmen und damit verbundenen Umleitungen vor Ort haben wir ausführlich gemeinsam mit dem Ordnungsamt geplant und mit dem Regionalverband Ruhr als Eigentümer der Grundstücke, abgestimmt. Leider lassen sich Beeinträchtigungen für Fußgänger, Radfahrer und Verkehrsteilnehmer vor Ort nicht komplett vermeiden. Wir versuchen, Einschränkungen durch die Baustelle möglichst zu minimieren und bitten um Ihr Verständnis. Nach dem Bau wird alles wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt.“

Details Fischaufstiegsanlage

Fischwanderhilfen können auf verschiedene Arten ausgeführt werden. In Hohenstein kommt ein sogenannter Schlitzpass zur Ausführung. Dabei wird der durch das Wehr entstehende Höhenunterschied von ca. 4,6 Metern mit einem 127 Meter langen Beckenpass überwunden. Dieser besteht aus 37 aufeinanderfolgenden Becken, die von den Fischen durch die geringen Unterschiede der Wasserstände leicht überwindet werden können. In den Becken herrscht eine relativ niedrige Fließgeschwindigkeit, so dass diese von den Fische beim Durchschwimmen der Fischwanderhilfe als Ruhezone genutzt werden. Jeweils im Schlitz zwischen zwei Becken treten höhere Fließgeschwindigkeiten auf. Die Becken und die Schlitze sind dabei so dimensioniert, dass die vorkommenden Fischarten diese problemlos durchschwimmen können. Am Boden des Beckenpasses sind als Substrat Steine und Kies eingebracht. So können auch am Boden lebende wirbellose Tierarten die Wanderhilfe nutzen.

Mitte Januar Infoveranstaltung

Um über den Bau der Fischaufstiegsanlage zu informieren, lädt innogy Interessierte und Nachbarn am 17. Januar 2018 herzlich ins Vereinshaus des Fußballvereins SV Bommern 05 ein. Weitere Informationen zum Termin sowie ein Anmeldungsformular werden online bereit gestellt unter www.innogy.com/hohenstein

Wasserkraftwerk Hohenstein

Das denkmalgeschützte Wasserkraftwerk Hohenstein erzeugt an der Ruhr seit 1925 jedes Jahr zuverlässig grünen Strom für rund 3.000 Haushalte. Die installierte Leistung beträgt 2,4 MW.

Fischschutz bei innogy

Der Schutz des Lebensraums Wasser hat bei innogy lange Tradition. Aktuell untersucht das Land Nordrhein-Westfalen mit innogy in einem Pilotprojekt im Kraftwerk Unkelmühle an der Sieg, wie kleine Anlagen noch fischfreundlicher gestaltet werden können. Auch am EU-Projekt „AMBER“ (Adaptive Management of Barriers in European Rivers), welches die Einflüsse künstlicher Hindernisse in Flussläufen untersucht, ist innogy SE beteiligt. Die im Projekt AMBER gewonnenen Daten helfen bei der ökologischen Optimierung und Planung von Kraftwerken zur regenerativen Stromerzeugung. In Rheinland-Pfalz und im Saarland schützt innogy SE gemeinsam mit dem Land den Aalbestand mittels aufwendiger Fang und Transport der wanderwilligen Tiere.