Essen,
16
Mai
2018
|
14:46
Europe/Amsterdam

Digitale Angriffe: Netzbetreiber trainieren für den Ernstfall

Vereinbarten die Gründung eines Trainingszentrums für Cybersicherheit (v. l.): Florian Haacke, Leiter Konzernsicherheit innogy SE, Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur innogy SE, Petr Valis, Member of the Board CyberGym Europe, und Gilad Yoshi, Sales & Business Development CyberGym Europe.

  • innogy und CyberGym bieten gemeinsam Cyber-Sicherheitsschulungen in einem neuen Trainingszentrum in Frankfurt am Main

  • Aktive Trainingsumgebung für Energieunternehmen, Stadtwerke und Sicherheitsbehörden

Die innogy SE und CyberGym Europe haben heute in Essen vereinbart, gemeinsam Cyber-Sicherheitstrainings anzubieten. Dafür wird ein Trainingszentrum in Frankfurt am Main aufgebaut. Die Inbetriebnahme ist noch für das laufende Jahr geplant. In dem Trainingszentrum sollen Mitarbeiter von Energieversorgungsunternehmen geschult werden, Angriffe auf die sensible Energie-Infrastruktur zu erkennen und abzuwehren. Neben den eigenen Mitarbeitern des innogy-Konzerns soll die Einrichtung auch anderen Netzbetreibern, Stadtwerken und Sicherheitsbehörden offenstehen. Erstmals können innogy und CyberGym zukünftig Trainings anbieten, die auf die jeweiligen Bedarfe und Bedrohungen der Unternehmen und Behörden individuell zugeschnitten werden.

Cyber-Angriffe sind die wahrscheinlich am schnellsten wachsende Bedrohung für moderne Unternehmen. Laut der Cyber-Sicherheitsstrategie des Bundesinnenministeriums ist die Bedrohungslage durch steigende Komplexität der eingesetzten Technik und sich ständig wandelnden Bedrohungen geprägt.

Energieversorger stehen dabei als Betreiber von kritischen Infrastrukturen vor besonderen Herausforderungen. Sollten Angriffe auf Kraftwerke oder Stromnetze tatsächlich gelingen, könnte dies zu schwerwiegenden Auswirkungen für Kraftwerke und Energienetze führen. Cyber-Angriffe auf Energieversorgungsnetze können so weite Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens zum Erliegen bringen. Cyber-Sicherheit ist dadurch zu einer festen Größe auf der Agenda von Energieversorgern weltweit geworden.

CyberGym ist einer der führenden israelischen Anbieter von Cyber Security Trainings für kritische Infrastrukturen, innogy ist der größte Betreiber von Energienetzen in Deutschland. Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur der innogy SE, freut sich über die Zusammenarbeit der beiden Partner: „Mit der Cyber Range-E bietet innogy zukünftig eine hochmoderne Trainingsakademie, um Bedrohungen rechtzeitig zu erkennen, die passenden Schutz- und Abwehrmaßnahmen zu testen und den Ernstfall einer Cyber-Attacke zu üben. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit kritischer Energieinfrastrukturen.“

Für Florian Haacke, Leiter Konzernsicherheit der innogy SE, ist das Trainingszentrum eine wichtige Einrichtung, um digitale Angriffe auf Energienetze effizient abwehren zu können: „Die Anzahl der Angriffe steigt stetig. Und die Komplexität der Vorfälle nimmt zu. Die aktive Trainingsumgebung ermöglicht es uns zukünftig, komplexe Cyber-Angriffe nachzuahmen und so Mitarbeiter von Energieunternehmen und Sicherheitsbehörden mittels realistischer Szenarien zu trainieren.“

Martin Uher, CEO von CyberGym Europe: „Der Faktor Mensch ist immer noch das schwächste Glied bei der Abwehr von Cyber-Angriffen. Unternehmen müssen verstehen, dass nicht nur die IT-Experten verantwortlich für den Schutz der Daten und Systeme sind. Sie müssen ihre Mitarbeiter in intensiven Trainings vorbereiten. Auf diesem Gebiet haben wir einzigartige Kenntnisse, die wir Firmentechnikern aus der ganzen Welt vermitteln können. Die Zusammenarbeit mit innogy ist ein weiterer Schritt unserer Vision, ein weltweites Netzwerk für Cyber-Sicherheitstrainings zu etablieren, die kritische Infrastrukturen rund um den Globus schützen.“

Das Trainingsangebot entspricht den Empfehlungen der NIS (Netzwerk und Informationssicherheit) Richtlinie der EU Kommission. Mit dem Absolvieren des Trainingsangebotes erfüllen die Teilnehmer die Anforderungen des IT-Sicherheitskataloges der Bundesnetzagentur nach §11 (1a) Energiewirtschaftsgesetz.