Saffig,
07
November
2018
|
00:00
Europe/Amsterdam

Breitbandausbau im Landkreis Vulkaneifel schreitet mit großen Schritten voran

Überzeugten sich vom Fortschritt der Bauarbeiten beim Ausbau des Breitbandnetzes in Höchstberg im Kreis Vulkaneifel (v. l.): Dieter Schmitz, Fachbereichsleiter Kreisverwaltung Vulkaneifel, Guido Linnertz, Breitbandkoordinator der Kreisverwaltung, Edwin Schick, Leiter des Westnetz-Regionalzentrums Rauschermühle, Thomas Hau, innogy-Kommunalbetreuer, und Edgar Herrmann, bei Westnetz verantwortlich für die Planung.

  • Bereits mehr als 43 Kilometer Leerrohranlagen gebaut

  • In mehr als 20 Gemeinden hat der Tiefbau schon begonnen

Gleichzeitig im Internet surfen, einen Film streamen und telefonieren? Dies war in vielen Gemeinden in der Vulkaneifel bislang nicht bzw. kaum möglich. Deswegen erfolgte Anfang Mai in Meisburg der Spatenstich zum gemeinsamen Ausbau eines Hochgeschwindigkeits-Internetnetzes (Next Generation Access – Breitbandnetz) durch den Landkreis Vulkaneifel und den Netzbetreiber innogy TelNet GmbH. Jetzt kamen Vertreter des Landkreises, von innogy und Westnetz sowie der Presse in Höchstberg in der Verbandsgemeinde Kelberg zusammen, um sich persönlich ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten zu machen.

Mehr als 3.000 unterversorgte Adressen, darunter über 100 Gewerbetreibende und 26 Schulstandorte, sollen von deutlich höheren Bandbreiten profitieren und Zugang zur Internet-Autobahn erhalten. Dabei sollen bis Ende 2019 insgesamt ca. 65 Kilometer innerorts und 105 Kilometer außerorts neue Glasfaserkabel im gesamten Kreisgebiet verlegt werden. Durch die Errichtung von 21 Multifunktionsgehäusen werden mehr als 60 Glasfaser-Verteilschränke für das schnelle Netz erschlossen.

Dadurch werden alle Gemeinden im Projektgebiet mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde an das Internet angebunden, etwa 98 Prozent der Haushalte werden sogar mit 100 Megabit oder mehr versorgt. Darüber hinaus erhalten rund ein Viertel aller Ausbauadressen einen Glasfaserhausanschluss, der noch höhere Bandbreiten ermöglicht. Für viele Gewerbetreibende und Schulen werden dadurch sogar Gigabitverbindungen zur Verfügung stehen.

Im Rahmen des Ausbauprojekts konnten in den letzten Monaten die Bauarbeiten mit Hochdruck vorangetrieben werden. Bislang wurde auf einer Trassenlänge von über 43 Kilometern neue Glasfaserinfrastruktur errichtet. Der Schwerpunkt der Bauarbeiten lag in den ersten Monaten in bereits über 20 Gemeinden. Hier konnten die verlegten Leerohranlagen teilweise auch schon mit Glasfasertechnik bestückt werden. „Der Ausbau erfolgt mit regionalen Tiefbau-Unternehmen, so dass die Wirtschaftskraft vor Ort gestärkt wird. Damit die Bürger im Landkreis möglichst schnell vom neuen Internet profitieren können, erfolgt der Ausbau in vielen Gemeinden gleichzeitig. Mit dem Fortschritt der Bauarbeiten liegen wir sehr gut im Zeitplan“, freuen sich Projektleiter Thomas Hau von innogy und der für die Planung verantwortliche Edgar Herrmann von Westnetz, dem für den Netzbau zuständigen Verteilnetzbetreiber von innogy. Die Inbetriebnahmen der einzelnen Bauabschnitte sind im gesamten Ausbaugebiet sukzessive bis Ende 2019 vorgesehen.

Während in Berenbach (Verbandsgemeinde Kelberg) die Glasfaser im klassischen offenen Tiefbauverfahren und mit der Hilfe eines Baggers, in die Erde eingebracht werden, erfolgt die Verlegung in Teilen der Gemarkung Höchstberg, ebenfalls Verbandsgemeinde Kelberg, durch eine innovative Verlegemethode - dem Kabelpflug. Dieses Fahrzeug wird dazu verwendet, Kabel und auch Leerrohre ohne großen Aufwand in die Erde zu bringen. Mit Hilfe des Pflugs können Rohranlagen in fast jedem Gelände und über lange Strecken (bis zu 5 Kilometer am Tag) in kurzer Zeit gelegt werden. Der Kabelpflug bewegt sich entlang einer Trasse und zieht mehrere Meter Kabel hinter sich her. Am Heck des Kabelpflugs befindet sich ein Pflugschwert, das sich wie ein Messer bis zu 1,7 Meter in die Erde schneidet. In der schmalen Grube, die sich durch das Pflugschwert bildet, werden die Kabel eingezogen. Im Anschluss wird das Erdreich sofort wieder verdichtet. Mit Hilfe dieser Methode sind schon nach kurzer Zeit keine Spuren der Bauarbeiten mehr sichtbar, da Pflügen und Leitungsverlegung in einem Arbeitsgang erledigt werden. Dabei kann das Fahrzeug, bei gleichbleibender Verlegetiefe, optimal an die verschiedenen Gegebenheiten jedes Geländes angepasst werden.

Die Technik des Kabelpflugs wird neben dem so genannten „Trenching“ (Auffräsen von Gehwegen oder Asphalt) als innovative Verlegetechnik anerkannt. innogy SE hat sich im Rahmen der Kooperation mit dem Landkreis Vulkaneifel dazu verpflichtet, mindestens 5 Prozent der Glasfasertrassen durch innovative Verlegemethoden zu realisieren. Diese Techniken, wenn sie vor Ort umsetzbar sind, sparen Kosten und wertvolle Zeit.

Sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen und die Leerrohre eingebracht, erfolgt ab dem ersten Quartal 2019 die Installation der „Aktiv-Technik“. Nachdem die Glasfaser eingeblasen sind, können die jeweiligen Trassen durch Scharfschaltung der Hintergrundtechnik zur Nutzung bereitgestellt werden. Im Vorfeld wird innogy SE die betroffenen Anwohner im Rahmen von Informationsveranstaltungen vor Ort über das zukünftige Leistungsspektrum aufklären.

Die Koordination zwischen Netzbetreiber innogy und Fördermittelgeber sowie den beteiligten Kommunen hat dabei die Kreisverwaltung Vulkaneifel übernommen. Als Ansprechpartner für die Kommunen und die Bürger steht als Breitbandkoordinator Guido Linnertz, Tel.: 06592/933-295, breitband@vulkaneifel.de, zur Verfügung.

Ein Bauzeitenplan sowie weitere Informationen zum laufenden Projekt finden sich unter http://www.vulkaneifel.de/.