Essen,
03
Mai
2018
|
14:29
Europe/Amsterdam

„Biologisches“ Alter: Längere Lebensdauer von Großtransformatoren

  • Optimierte Wartung und Austausch auf Basis von Data Analytics
  • Positiver Einfluss auf Betriebskosten von Verteilnetzen
  • Digitale, datenbasierte Angebote erweitern klassische Geschäftsfelder

Eine neue Software-Lösung von innogy ermöglicht es, das technische Alter von Großtransformatoren wesentlich genauer zu prognostizieren - vergleichbar mit dem biologischen Alter eines Menschen. Dadurch wird es möglich, einen altersbedingten Ersatz der mehrere hunderttausend Euro teuren Großgeräte noch präziser an ihrem tatsächlichen Zustand zu orientieren. Für Stromnetzbetreiber eröffnen sich damit große Einsparpotenziale: Die Prognosen erlauben einen wirtschaftlich sinnvollen Austausch auf Basis von detaillierten Analysen des gesamten Transformator-Kollektivs, anstatt wie bisher nach Aussagen zum Zustand eines einzelnen Transformators.

„Die Netze müssen fit gemacht werden für die stetig steigenden Anforderungen, die der Wandel in der Energielandschaft mit sich bringt“, betont Dr. Joachim Schneider, Bereichsvorstand Technology & Operations der innogy SE. „Als eine der vielfältigen Lösungen von innogy kann das auf Data Analytics basierende Tool dabei zu einem kosteneffizienteren Betrieb unserer Netze beitragen, von dem letztlich auch unsere Stromkunden profitieren.“

Das “biologische“ Alter prognostiziert das Tool dabei auf Basis der historischen Analysedaten von rund 1.800 Großtransformatoren, etwa dem Zustand des Transformatoröls. „Im Abgleich mit rund 10.000 historischen Ölanalysen und weiteren historischen Daten ergibt sich für jeden einzelnen Transformator ein Trend“, so Dr. Stefan Küppers, technischer Geschäftsführer der Westnetz GmbH, dem größten Verteilnetzbetreiber von innogy. „Auf Basis dieser Trends können Wartungen nun noch gezielter dort erfolgen, wo auffällige Werte besonderen Handlungsbedarf zeigen. Damit können wir Wartungsumfang und –zeitpunkt sowie den Austauschzeitpunkt noch weiter strecken und so dem vermutlichen Ende der Lebenszeit eines Transformators noch näher kommen.“

Als Betreiber des leistungsfähigsten Verteilnetzes in Deutschland unterhält allein Westnetz rund 1.800 Transformatoren im deutschen Mittel- und Hochspannungsnetz (10 kV/110 kV). Für Wartung und Austausch veralteter Geräte investiert das Unternehmen pro Jahr bislang einen zweistelligen Millionenbetrag.

Als digitale, datenbasierte Lösung ist das Tool von innogy ein erneutes Beispiel dafür, wie das Unternehmen weitere Geschäftsfelder erschließt. „Über die Anwendung im Konzern hinaus umfasst der Kreis potentieller Interessenten grundsätzlich alle Betreiber von großen Transformatoren, in Deutschland und darüber hinaus“, so Bereichsvorstand Schneider. Betrieb und Planung der Stromnetze können mit dem Tool um einen intelligenten Baustein erweitert werden, der nicht zuletzt auch die im Zuge der Energiewende steigenden Kosten einzudämmen hilft.“